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Brandschutzfachplaner: Partner, kein Übel

Viele Bauherren sehen den Brandschutzfachplaner als notwendiges Übel – ein teurer Fehler. Dieser Artikel zeigt, warum der richtige Brandschützer ein unverzichtbarer Planungspartner ist, wie du ihn auswählst, welches Konzept du wirklich brauchst und warum eine stufenweise Beauftragung dich vor teuren Fehlern schützt.
Brandschutzfachplaner

Der Brandschutzfachplaner: Freund oder Feind?

Eines vorweg: Der Brandschutzfachplaner ist kein notwendiges Übel – er ist ein entscheidender Planungspartner. Wer das verkennt, riskiert teure Fehler, Bauverzögerungen und im schlimmsten Fall ein nicht genehmigungsfähiges Gebäude.
Aus jahrelanger Erfahrung in der Brandschutzplanung und Brandschutzprüfung kenne ich das Muster nur zu gut: Der Brandschützer kommt früh im Projekt mit den ersten Warnhinweisen – und prompt wird er vom Informationsfluss abgeschnitten. Das Projektteam denkt: „Der bringt nur Negativität." Man plant einfach weiter und holt sich am Ende „das Dokument". Das ist eine sehr gefährliche Herangehensweise.

Warum der Brandschutzfachplaner oft mehr weiß als der Architekt

Der richtige Brandschutzfachplaner hat in vielen Bereichen mehr Fachkenntnis als das Architekturbüro – und das ist keine Kritik, sondern eine Tatsache:
  • Einstufung in die richtige Gebäudeklasse
  • Auswahl und Prüfung der richtigen Sonderbaukriterien
  • Fragen rund um Bauantrag, Tektur und Nutzungsänderung
  • Kenntnis der aktuellen technischen Regelwerke
Genau deshalb darf der Brandschützer nicht vom Informationsfluss abgeschnitten werden. Er ist der Übermittler unbequemer Wahrheiten – aber an diesen Wahrheiten kommst du als Bauherr nicht vorbei. Ein guter Brandschutzfachplaner sagt dir immer die Wahrheit, auch wenn sie unbequem ist. Seine Aufgabe ist nicht, allen zu gefallen, sondern dein Bauvorhaben auf das richtige Gleis zu setzen.

Hol dir den Richtigen – nicht den Billigsten

Planungskosten sparen ist legitim. Aber reine Preisvergleiche bei der Auswahl des Brandschutznachweiserstellers sind der falsche Ansatz. Das Mindset „Die machen alle das Gleiche, ich brauche ja nur den Brandschutznachweis" ist ein Irrtum mit Folgen.
Bevor du Angebote einholst, stelle dir die entscheidende Frage:
Was willst du tatsächlich von deinem Brandschutzfachplaner?

Minimalnachweis oder Ausführungskonzept – was brauchst du wirklich?

Der Minimalnachweis
Der Minimalnachweis reicht aus, um die Baugenehmigung zu erhalten. Für einfache Bauvorhaben kann das genügen. Doch bei komplexen Projekten – Umbauten, Nutzungsänderungen, Denkmalschutz – reicht dieses Dokument für die spätere Ausführung häufig nicht aus.
Das Problem: Architekten und technische Fachplaner schauen in den Minimalnachweis, finden dort keine relevanten Details für die Ausführung – und „wurschteln einfach vor sich hin". Die Folge: falsch ausgeführte Bauteile, Streit mit Behörden und Prüfsachverständigen, und am Ende ein teures Chaos.
Das Ausführungskonzept
Für komplexe Bauvorhaben lohnt sich ein zusätzliches Ausführungskonzept, das parallel zum Brandschutznachweis erstellt wird. Darin sind alle relevanten Details beschrieben:
  • Dämmstoffklassen
  • Ausführung von Brandwänden und deren Details
  • Alle bautechnischen Anforderungen aus Bauordnung und technischen Regelwerken
Ein gutes Ausführungskonzept spart dir:
  • Stress und Zeitverlust auf der Baustelle
  • Streitigkeiten mit Planern und ausführenden Firmen
  • Konflikte mit der Genehmigungsbehörde und dem Prüfsachverständigen
  • Preisdrückerei beim späteren Verkauf des Gebäudes
Glaube mir: Das lohnt sich.

Stufenweise beauftragen – dein Schutz vor Low Performern

Wenn du mit einem neuen Brandschutzfachplaner zusammenarbeitest und dir noch nicht sicher bist, ob er der Richtige ist: Beauftrage ihn stufenweise.
Analog zur Architekturplanung (Leistungsphasen 1–9 nach HOAI) kannst du den Brandschutznachweisersteller zunächst nur für einzelne Leistungsphasen beauftragen – zum Beispiel:
  1. Leistungsphase 1–2 – Grundlagenermittlung und Vorplanung
  2. Leistungsphase 3 – Entwurfsplanung mit Brandschutzkonzept
  3. Leistungsphase 4 und folgende – Genehmigungsplanung und Ausführung
Der Vorteil: Liefert der Planer nicht – weil er schlecht arbeitet, Termine nicht einhält oder schlicht nicht ins Team passt – kannst du ihn nach einer abgeschlossenen Leistungsphase reibungsarm austauschen. Du hast dann zumindest ein Konzept, das ein neuer Planer weiterentwickeln kann.
Wenn du hingegen weißt, dass du mit einem verlässlichen Experten zusammenarbeitest, kann eine Gesamtbeauftragung von Anfang an sinnvoll sein – so hast du ihn verbindlich im Team.

Fazit: So wählst du den richtigen Brandschutzfachplaner

  1. Ändere dein Mindset: Der Brandschutzfachplaner ist Partner, kein Übel.
  2. Wähle den Richtigen, nicht den Billigsten – Qualität hat ihren Preis.
  3. Kläre deinen Bedarf: Reicht ein Minimalnachweis oder brauchst du ein Ausführungskonzept?
  4. Statte ihn mit einem ordentlichen Honorar aus – nur dann liefert er wirklich Spitzenleistung.
  5. Beauftrage stufenweise, wenn du dir bei einem neuen Planer noch nicht sicher bist.
Wer diese Punkte beherzigt, tut seinem Bauprojekt etwas wirklich Gutes.
Rechtlicher Hinweis:
Die Inhalte und Aussagen in diesem Blogbeitrag sind keine Rechtsberatung und ersetzen auch keine individuelle Planung / Prüfung des Brandschutzes für ein Gebäude. Der Blogbeitrag ist somit als Erstinformation und Meinungsäußerung zu verstehen und erhebt keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit bezüglich der Übereinstimmung mit einer Landesbauordnung oder sonstigen Vorschrift.
Weitere Informationen finden Sie in unseren rechtlichen Hinweisen zum Wissensblog.